Nach der langen Überfahrt wollten wir diesmal nicht sofort weiter.
Von Villasimius aus segelten wir langsam Richtung Carloforte und nahmen uns bewusst Zeit für den Süden Sardiniens. Keine Reparatur, kein Zeitdruck, kein Techniker, auf den wir warteten. Nur Buchten, weißer Sand und dieses türkisfarbene Wasser, das fast unwirklich wirkt, wenn man morgens aus dem Cockpit schaut.
Wir ankerten meist bei fünf bis acht Metern Wassertiefe. Unter uns heller Sand, rundherum viel Platz und immer wieder dieses Gefühl, dass unsere Lady mitten in einer Postkarte lag.
Porto Pino
Besonders schön war Porto Pino. Zwei Tage blieben wir dort in der riesigen Bucht mit ihrem feinen Sandstrand und dem klaren, türkisblauen Wasser. Viele Boote lagen vor Anker, aber die Bucht war groß genug, dass trotzdem jeder seinen eigenen Platz fand.
Für einmal mussten wir nichts lösen. Wir mussten nur schwimmen, schauen und bleiben. Nach den vielen Meilen, Reparaturen und Entscheidungen fühlte sich genau das wie Luxus an.
Von Porto Pino ging es schließlich weiter Richtung Carloforte. Dort warteten bereits die nächsten Aufgaben auf uns. Aber für zwei Tage durfte unsere Reise einfach nur schön sein.
Manchmal sind die besten Buchten nicht jene, die man entdeckt. Sondern jene, bei denen man sich erlaubt, nicht sofort wieder weiterzufahren.