Zwischen zwei Reparaturen: unser Leben in Vieste, Bari und Brindisi

Zwischen zwei Reparaturen: unser Leben in Vieste, Bari und Brindisi

Vieste hat uns gut aufgenommen. Kaum lagen wir am Steg, war schon jemand von der Marina da, der uns half und für jede Frage ein offenes Ohr hatte. So ein Empfang macht den Unterschied zwischen einem Hafen, in dem man nur ankert, und einem Ort, an dem man ankommt.

Die Liebestreppe und die Altstadt

Wir haben uns die Stadt angeschaut, und Vieste ist wunderschön. Eine Altstadt zum Verlieben, enge Gassen, kleine Läden zum Stöbern und mittendrin eine Treppe, die die Einheimischen die Liebestreppe nennen. Direkt am Strand steht außerdem der Pizzomunno, ein gewaltiger weißer Felsen, um den sich eine eigene Legende rankt.

        

Länger bleiben als geplant

Aus ein paar Tagen wurden mehrere. Der Grund dafür erzählen wir in der nächsten Geschichte, denn er hat einen eigenen Titel verdient. Für uns bedeutete es vor allem: mehr Zeit in einer Stadt, die uns das nicht übel nahm – und Zeit genug, um gleich mehrere Kirchen in der Altstadt zu entdecken.

 

       

Wir sind durch die Gassen spaziert, an Balkonen vorbei, an denen ganze Ketten roter Chilischoten zum Trocknen hingen, haben eine schnurrende Katze auf der Stadtmauer getroffen und abends die Strandpromenade im letzten Licht bewundert.

 

         

Bari – eine Nacht, ein Wiedersehen

Irgendwann ging es weiter Richtung Süden. In Bari blieben wir nur eine Nacht – die Stadt kannten wir schon von unserem letzten Aufenthalt 2019. Die Marina hat uns diesmal nicht überzeugt: Schwell in der Nacht, und für eine einzige Übernachtung ziemlich teuer. Am nächsten Morgen sind wir weitergezogen.

 

Brindisi – die römische Säule und ein Wasserfilter

   

 

In Brindisi blieben wir länger, auch das aus einem Grund, der in der Technik-Geschichte steht. Die Stadt kannten wir schon von 2019, und ihr Wahrzeichen steht noch genauso da wie damals: die römische Säule, die einst das Ende der Via Appia markierte. Wir sind schwimmen gegangen, haben weiter am Business gearbeitet und einfach das Leben genommen, wie es kam.

 


im Jahr 2026

und so war es 2019

Einen praktischen Fund gab es auch: einen externen Wasserfilter aus dem Baumarkt. Unser Boot hatte vom Vorbesitzer schon zwei Filter an Bord, jetzt kommt noch einer dazu, den wir beim Befüllen von der Zapfsäule zwischenschalten. Doppelt gefiltert läuft das Wasser dann erst in den Tank und ein zweites Mal beim Zapfen heraus. Sicher ist sicher.

Ein Blick nach vorn

Zwischendurch haben wir schon an den Winter gedacht: Ein Liegeplatz in Marina Rubicón auf Lanzarote ist reserviert, für die kalte Jahreszeit. Und ich durfte einen Podcast für mein Business aufnehmen, für New Work und die Feelgood Management Akademie. Es war ziemlich cool, aus dem Cockpit heraus über genau das zu sprechen, was wir hier gerade leben.

Ein Tagesausflug nach Gallipoli

Mit dem Bus ging es für einen Tag nach Gallipoli. Wir haben uns die Stadt angeschaut, sind bei einem Yachtausstatter vorbeigeschaut, so wie man das als Segler eben tut, und haben – natürlich – wieder gegessen, weil es einfach gigantisch gut war. Am Abend saßen wir zurück im Bus, müde und zufrieden, und Gallipoli war für dieses Mal erledigt.

 

 

Was drei Wochen Hafen kosten

Am Ende standen über drei Wochen Hafentage zu Buche , mitten in der Hauptsaison und entsprechend teuer. Ein Teil davon war unser eigener Rhythmus, ein Teil davon war das Warten auf Technik, die niemand herbeizaubern kann. Aber genau aus diesem Warten sind auch die schönsten Nachmittage entstanden.

 

Santa Maria di Leuca – wo Italien endet, oder?

Ganz im Süden, dort wo die Adria und das Ionische Meer aufeinandertreffen, liegt Santa Maria di Leuca. Ein Wallfahrtsort mit einem Leuchtturm, der weit über die Küste blickt. Die Italiener nennen die Stelle „de finibus terrae" – vom Ende der Welt. Wir gingen zuerst in die kleine Kirche unten im Ort, mit ihrer eigenen kleinen Krippe, dann stiegen wir die vielen Stufen hinauf zur Wallfahrtskirche auf dem Hügel. Untrainiert, wie wir nach Wochen an Bord nun mal waren, war das ein ordentliches Training für die Beine. Aber oben angekommen, mit der Marina und der Küste zu unseren Füßen, war

jeder einzelne Schritt es wert.

       

Die Basilika erinnerte uns an unsere Heimat: an Maria Straßengel bei Judendorf, unsere eigene kleine Wallfahrtskirche daheim. So nah fühlte sich das Ende Italiens plötzlich an

Wir verbrachten eine Nacht dort, bevor die nächste Etappe begann: unsere erste echte Nachtfahrt. Damit war der Osten Italiens für uns erledigt – und eine neue Geschichte konnte beginnen.

Manchmal muss man ans Ende der Welt fahren, um zu spüren, dass die eigene Reise gerade erst beginnt.

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